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Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – Kripo Bamberg

Januar 18, 2015

(…)Die Gruppe zog gegen 1 Uhr grölend und Böller werfend durch das Ortsgebiet und ging dabei an einem Gebäude, das als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt wird, vorbei.
Dort versuchten sie die Bewohner durch lautstarke, ausländerfeindliche Rufe auf sich aufmerksam zu machen. Anschließend gingen sie zu einem Parkplatz und demolierten einen dort abgestellten, stillgelegten Alfa Romeo. Auf ihrem Rückweg, gegen 2 Uhr, unternahmen sie erneut einen Anlauf die Bewohner der Unterkunft durch Rufe zu wecken. Die Kripo Bamberg konnte am Dienstag die Täter überführen. Die Polizei schließt zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen einen rechtsextremen Hintergrund aus.
Diese Polizeimeldung veröffentlichte nicht Der Postillion, sondern infanken.de am Mittwochnachmittag (siehe: www.infranken.de/regional/bamberg/Rassi…. Der Zusammenhang zwischen einerseits rassistischen Parolen und Sachbeschädigungen sowie andererseits einem rassistischen bzw. rechtsradikalen Hintergrund könnte offensichtlicher nicht sein, jedoch versucht die Polizei diesen Zusammenhang nach aussen hin nicht anzuerkennen was allerdings kein Einzelfall ist. Die Offensichtlichkeit dieser Arbeitsweise stellt allerdings einen solchen dar und sollte jedem Menschen aufzeigen wie seitens der Polizei mit rechten Taten umgegangen wird.
Beispiele dafür kann man bei den Ermittlungen rund um das Terrornetzwerk NSU haufenweise finden, wo Rassismus als Tatmotiv kategorisch ausgeschlossen wurde und stattdessen die Opfer zu Tätern gemacht wurden. Ein Nichterkennen rechter Gewalt ist auch bei den Todesopfern dieser zu finden. Während die offizielle Polizeistatistik von 59 Todesopfern seit 1990 ausgeht (Stand 2012), rechnet die Amade Amatonio Stiftung mit 184 Todesofern (Stand 2013) – ein signifikanter Unterschied.
Die Gründe hierfür liegen wohl einerseits darin, dass rechtsextremistische Vorfälle von der Polizei bzw. von öffentlichen Stellen oftmals kleingeredet und -gerechnet werden, um aufkommende Diskussionen über eine tatsächliche bzw. fortwährende Bedrohung von Rechts keine Öffentlichkeit zu bieten um z.B. den Ruf der Stadt zu bewahren und auf der Suche nach Extremisten weiterhin das rechte Auge geschlossen halten zu können. Andererseits ist Rassismus, wie auch in weiten Teilen der Gesellschaft, bei Polizeibeamt*innen weit verbreitet, was sich in etwa durch Racial Profiling oder durch einseitige Ermittlungen – siehe NSU-Skandal – zeigt.

p.s.: Der neuerliche Übergriff in der Nacht von Samstag auf Sonntag, bei dem mehrere Personen von Nazis angegriffen und teilweise am Boden liegend getreten wurden wird bisher von der Polizei nicht einmal erwähnt.

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