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Aufkleberanschlag auf das Balthasar

März 20, 2014

Am Wochenende vom 14.-16. März kam es, nach dem Farbangriff im Juli 2011, erneut zu einem neonazistischen Anschlag auf den Aufenthalts- und Mehrzweckraum „Balthasar“ im Balthasargäßchen 1. Die Fensterscheiben und der Briefkasten des Balthasars wurden mit Aufklebern, welche Parolen wie „NS-Zone Deutschland multikulti – Wir bleiben braun“ und „Anti-Antifa organisieren“ zeigen, beklebt.

Das Balthasar ist ein selbstverwalteter Raum, der verschiedensten kulturellen und politischen Initiativen offen steht. Auch das offene Antifa-Cafe findet dort statt. Verwaltet wird dieses kleine studentische Kulturzentrum von seinen Nutzer*innen, die in einem regelmäßigen Plenum das gemeinsame Programm und generell alle Belange des Balthasars organisieren. Das Balthasar versteht sich als Freiraum. Dabei wird dieser Freiraum nicht nur als Offen-Sein für verschiedene Projekte und Initiativen verstanden, sondern versucht, bestehende Diskriminierungsmuster der Gegenwart zu reflektieren. Zu diesem Zweck wurden gemeinsame Anti-Diskriminierungsrichtlinien in der Hausordnung verankert. Im Balthasar werden alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – wie beispielsweise Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Xenophobie – bekämpft; dies geschieht unter anderem durch eine konsequente Unterbindung solcher Vorkommnisse in diesen Räumlichkeiten.
Erneut hat es dieser Umstand das Balthasar zum Ziel der rechtsradikalen Szene gemacht.

Die geklebten Aufkleber stammen offensichtlich vom „Final Resistance“-Versand. Dieser wird von Matthias Fischer und Tony Gentsch, zwei führenden Aktivisten des „Freien Netz Süd“, betrieben.
Das Freie Netz Süd ist ein Netzwerk von freien Kameradschaften aus Süddeutschland und das wohl größte Kameradschaftsnetzwerk in Deutschland. Es ist aus der verbotenen Fränkischen Aktionsfront hervorgegangen. In seinen Reihen finden sich verurteilte Rechtsterroristen wie Martin Wiese in einflussreichen Positionen. Und auch sonst ist die Gewaltbereitschaft seiner Mitglieder nicht zu unterschätzen, wie regelmäßige Angriffe auf linke Räume, Gedenkorte und Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen und/oder sich gegen Nazis engagieren, zeigen. Erst vor kurzem wurde ein Antifaschist in Fürth mit einem Messer bedroht.

Immer wieder sind auch auf Bambergs Straßen und in diversen Kneipen Nazis zu sehen, die sich offen zu erkennen geben. Zudem kam es auch in jüngster Vergangenheit zu Anschlägen von Nazis auf Privatpersonen, wie beispielsweise am 9. Mai letzten Jahres, als zwei eindeutig ins rechte Milieu einzuordnende Männer eine aus der Türkei stammende Familie körperlich angriffen. Auch durch Flyer und Aufkleber wurde aus rechten Kreisen immer wieder auf sich aufmerksam gemacht.

Daher gilt es, das Vorgefallene nicht zu unterschätzen. Wir werden weiterhin auf Aktionen der rechten Szene, ob von Einzelpersonen oder Gruppen, achten, uns von solchen Angriffen auf unsere Räume nicht einschüchtern lassen und unsere Arbeit gegen jede Form von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit, nicht nur von rechts, sondern auch aus der Mitte der Gesellschaft, fortsetzen.

Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Ausbeutung und Unterdrückung!
Kein Fußbreit den Faschist*innen!

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