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Auch dieses Jahr wieder völkisch-nationales Lesertreffen im Schlosshotel Weißenstein in Pommersfelden bei Bamberg?

Februar 17, 2013

Auch in diesem Jahr soll vom 22.-24.März  ein völkisch-nationales Lesertreffen im Schlosshotel Weißenstein in Pommersfelden bei Bamberg stattfinden. Dieser sogenannte „Lesekreis“ findet dort schon seit über zehn Jahren statt. Anfangs völlig unbeachtet wurde die Veranstaltung in den letzten Jahren von größtenteils bürgerlichen Protesten begleitet.

Veranstalter ist der „Schulverein zur Förderung der Rußlanddeutschen in Ostpreußen e.V.“ (Vorsitzender: Henning Pless, Kiel). Der „Schulverein“ wurde 1992 auf Initiative des Rechtsextremisten Dietmar Munier in Husum gegründet. Munier verfolgt damit die Wiederansiedlung von Rußlanddeutschen im Bezirk Kaliningrad, dem früheren Königsberg. 1996 erließen die russischen Behörden ein Einreiseverbot gegen Munier. Allerdings will Munier seine Tätigkeit in Kaliningrad dennoch fortgesetzt haben. Im Besitz oder Teilbesitz von Dietmar Munier befinden sich unter anderem der Arndt-Verlag und die „Lesen & Schenken Verlagsauslieferung und Versandgesellschaft mbH“ mit Sitz in Kiel. Sowohl das Bundesamt als auch das schleswig-holsteinische Landesamt für Verfassungsschutz bewerten die Verlegertätigkeit von Munier als rechtsextrem.

Die Veranstaltung ist einer der wichtigsten Treffpunkte der extremen Rechten. Sie beherbergt von reaktionären,  rechtskonservativen Gruppierungen und Personen bis zur neonazistischen Aktivist_innen das  komplette rechte Spektrum. In der Vergangenheit besuchten zahlreiche bekannte Neonazis das Treffen. Unter ihnen der braune Liedermacher Frank Rennicke, NPD-Spitzenfunktionär Peter Marx oder NPD-”Deutsche Stimme”-Autor Tomislav Sunic. Mitglieder der verbotenen, völkischen “Heimattreuen Deutschen Jugend” (HDJ) und der extrem rechten “Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland” (JLO) stellten das “Security”-Personal.

Für dieses Jahr unter anderem der FPÖ-Politiker Hans-Jörg Jenewein (Wien), “Junge Freiheit”-Autor Franz Uhle-Wettler (Meckenheim), der rechtspopulistische Autor Manfred Kleine-Hartlage (Berlin), Euro-Kritiker und KOPP-Verlags-Autor Wilhelm Hankel (Königswinter) sowie Götz Kubitschek (Schnellroda), Chefredakteur des extrem rechten Theoriemagazins “Sezession” angekündigt.

Paul Graf von Schönborn, dem 51% des Schlosses gehören, hat diesen Teil an das Ehepaar Manfred und Renate Haag verpachtet. Während sich der Besitzer ganz klar gegen diese Veranstaltung ausspricht und sich in den letzten Jahren auch an den Gegenprotesten beteiligte, haben die Pächter scheinbar kein Problem mit der rechten Kundschaft. Da die „Besucher“ keine Springerstiefel und Bomberjacken tragen und ihrer Meinung nach die Hälfte von ihnen CDU/CSU wählen würden, können diese ja nicht gefährlich sein. Außerdem geht es für sie auch „nur“ ums Geschäft.

An dieser Einstellung scheint sich auch so schnell nichts zu ändern. Trotzdem und vermutlich auf Grund des steigenden öffentlichen Interesses haben sie laut unterschiedlichen Medienberichten im letzten Jahr verkündet, die Veranstaltung nicht mehr weiter zu beherbergen. Dies scheint sich jedoch nicht zu bewahrheiten. Auf einem Einladungs-Flyer wird klar und deutlich das Schlosshotel Weißenstein in Pommersfelden genannt.

Der Wortlaut: “Veranstaltungsort: Schloßhotel Pommersfelden D-96178 Pommersfelden / bei Bamberg” und

“Unterkunft und Verpflegung: Mit unserem schönen Tagungshotel haben wir folgende Vereinbarung getroffen: Übernachtung und Vollverpflegung für die gesamte Tagung im Doppelzimmer € 144,- pro Person. Der Einzelzimmerzuschlag beträgt € 31,- (…) Wir haben die kompletten Hotelkapazitäten angemietet, damit es keine Übernachtungsengpässe gibt. Bitte buchen Sie nur bei uns direkt und nicht beim Hotel.”

Auch wenn die Pächter noch immer abstreiten, dass es an diesem Wochenende eine Veranstaltung im Schloss Weißenstein gibt laufen die Vorbereitungen hierzu scheinbar auf Hochtouren. Deshalb fordern wir diese erneut auf das „Lesertreffen“ abzusagen und sich klar davon zu distanzieren.

Sollte das Treffen wirklich stattfinden wird es auch in diesem Jahr Gegenproteste geben. Hierzu werden wir euch weiter auf dem Laufenden halten.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

 

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