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Naziland Franken – und KeineN interessierts!

September 6, 2012

Am Samstag, den 8. September trifft sich die Neonaziszene in Oberfranken. Das Freie Netz Süd (FNS) trifft sich in Mainleus/Schwarzach zum 5. Nationalen Frankentag und die NPD plant ein „Sommerfest“ in Lautertal/Rottenbach.

Die parallel stattfindenden Veranstaltungen zeigen ganz deutlich die Rivalität zwischen parteifreien und der NPD nahestehenden Neonazis in Bayern. Gleichzeitig zeigt dies jedoch auch, dass die bayerische Naziszene nicht zu unterschätzen ist.

 5.nationaler Frankentag

Der nationale Frankentag des FNS steht in der Tradition des des in der NS-Zeit begangenen Frankentages und findet auf einem Privatgrundstück in Schwarzach statt. Auf dieser Wiese wurden in jüngster Vergangenheit weitere neonazistische Veranstaltungen durchgeführt. Neben den Nürnberger Reichsparteitagen waren das die größten NS-Kundgebungen in Franken. Bis zu 100.000 Besucher hörten auf der Osterwiese die antisemitischen Reden des „Frankenführers“ Julius Streicher. Die “Frankentage” dienten der allgemeinen Mobilisierung für die Ziele des Nationalsozialismus, aber nicht zuletzt auch der Befriedigung persönlichen Machtstrebens des “Frankenführers”, Gauleiters und Radauantisemiten Julius Streicher aus Nürnberg. Sie waren so etwas wie das i-Tüpfelchen seiner Gewaltherrschaft in dem von ihm beherrschten Gau.

Als Redner sind bislang namentlich die Neonazis Matthias Fischer, Dieter Riefling und Sebastian Schmaus angekündigt. Für die musikalische Gestaltung des „Frankentages“ sollen die Szene-Band „Wiege des Schicksals“ (Mecklenburg-Vorpommern), „Vérszerzödés“ (Ungarn) und „Preussenstolz“ (Brandenburg) sorgen.

 NPD Sommerfest

Die NPD wird auf einem Privatgrundstück in Lauertal/Rottenbach bei Coburg ein so genanntes „Sommerfest“ durchführen. Als Redner sind Ralf Ollert, bayerischer NPD-Landesvorsitzender und Nürnberger Stadtrat der NPD-Vorfeldorganisation Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA), Sascha Roßmüller (NPD-Funktionär), Michael Schäfer (JN-Bundesvorsitzender) und Sven Diem, „Leiter“ der Jungen Nationaldemokraten (JN) Franken/Oberpfalz, angekündigt. Den musikalischen Part übernimmt der Thüringer NPDler Torsten Hering alias Liedermacher „Torstein“. Neben Reden und Musik stehen sportliche Wettkämpfe und ein abendliches Beisammensein am Lagerfeuer auf dem Programm. Ein „Höhepunkt“ soll die Gründung des JN-Stützpunkts Oberfranken sein. Für den Partei-Nachwuchs stehen unter anderem eine Hüpfburg und Trampolin zur Verfügung.

Diese Veranstaltung findet auf einem Grundstück des NPD-Funktionärs Hermann Schwede statt. Dessen Vater Franz Schwede gründete 1922 den ersten NSDAP-Ortsverband und war 1930 der erste Nazibürgermeister in Coburg. Nach dem Krieg wurde er wegen Misshandlung von Schutzhäftlingen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

 …und niemand schaut hin

Trotz der offensichtlichen Nähe beider Veranstaltungen und Gruppierungen, und der Zunahme rechtsradikaler Aktionen seit der Aufdeckung des NSU scheint es keinen entschiedenen Gegenprotest zu geben.

Das Bündnis „Schwarzach ist bunt“ schafft es immerhin noch ein „Buntes Bürgerfest“ auf die Beine zu stellen. Mit Friedensgebet, Kinderprogramm, einer Kundgebeung und abendlichem Feiern bei Musik soll ein Zeichen gegen rechts gesetzt werden. Dass eine derartige Veranstaltung Grund zum Feiern gibt ist uns ein Graus. Da verwundert es dann auch nicht, dass man durch das hervorheben und anbieten von türkischer Pizza, griechischem Gyros und einheimischen Gerichten die eigenen Abgrenzungsmechanismen bedient und darauf auch noch stolz ist.

In Coburg hingegen schafft man nicht einmal das. Lediglich ein Friedensgebet wird stattfinden. Und natürlich durfte eine Erklärung gegen jeden Extremismus nicht fehlen. Die Diffamierung antifaschistisch engagierter Gruppierungen und die Verharmlosung der rechten Szene spielt lediglich den neonazistischen Veranstaltern in die Karten. Sie können vermutlich ganz ungestört ihre Hetze verbreiten.

Der Umgang mit derartigen neonazistischen Veranstaltungen und Gruppierungen ist ein Skandal. Antifaschismus ist weder ein Hobby noch ein Wochenendzeitvertreib. Wir verurteilen dies aufs Schärfste und fordern alle Beteiligten auf ihr Vorgehen zu bedenken und ihre Augen nicht weiterhin zu verschließen!

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