Skip to content

Queer-feministische Demo am 3.7., 18.30 Uhr Bamberg Bahnhofsvorplatz

Juli 2, 2012

Für den 3.7.2012 rufen die queer-feministische Plattform und das Gleichstellungsreferat der Studierendenvertretung an der Uni Bamberg dazu auf, queer-feministische Forderungen und Ideen in den öffentlichen Raum zu tragen. Los geht’s um 18.30 am Bahnhofsvorplatz Bamberg. Enden wird die Demo mit einer Schlusskundgebung am Gabelmann.

Als Frau nachts durch den dunklen Park zu laufen, gilt als keine gute Idee.Männer, welche die Nähe zu den Kindern Anderer suchen, wirken schnell suspekt. Wir wissen genau, zu welchem Deo wir greifen müssen und welche Toilette wir benutzen sollen. Denn das Leben in unserer Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass der Alltag gänzlich durch die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht strukturiert wird. Dadurch entsteht der Zwang, jeden Menschen eindeutig einem der beiden Geschlechter zuzuordnen. Als Grundlage dieser Zuordnung dienen körperliche Unterschiede (z. B. Genitalien). Von dieser biologischen Differenzierung ausgehend wird auch auf Eigenschaften geschlossen. Beispielsweise gilt aggressives Verhalten als typisch „männlich“.

Aus der kulturell erzeugten, binären Vorstellung von Geschlecht folgen diverse Ausschlüsse.

Dazu gehört der alltägliche Sexismus in Form von stereotypen Rollenzuschreibungen und die

Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Außerdem wird auch der Körper bis ins kleinste Detail der Geschlechternorm unterworfen. Dies betrifft etwa die Frisur, Körpermaße, -behaarung und Kleidung. Wer sich diesen gesellschaftlich konstruierten Körperidealen nicht fügt oder diesen nicht entspricht, kann durch Ausgrenzung und Beleidigungen sozial sanktioniert werden.

Am stärksten zeigt sich die Normierung von Körpern bei Menschen, die mit „uneindeutigen“ Genitalien zur Welt kommen. Aufgrund des Zwangs zur Zweigeschlechtlichkeit werden Kinder –trotz schwerwiegender Folgen für die psychosexuelle Gesundheit –in ein Geschlecht hineinoperiert. Neben den körperlichen Normen gibt es auch eine Norm für das sexuelle Begehren:

Heterosexualität. Die Liebe zwischen Mann und Frau wird als normal angesehen, hingegen gilt die

gleichgeschlechtliche Liebe als widernatürlich.So wird auch heute noch in liberalen Kreisen ein

comeing out“ erwartet und noch immer gibt es Therapieangebote zur „Heilung“ von Homosexualität.

Außerdem gilt für Liebesbeziehungen nicht nur, dass diese normalerweise zwischen Mann und Frau bestehen, sondern ebenso nur aus zwei Menschen. Die monogame heterosexuelle Beziehung wird in Form der Ehe staatlich privilegiert und subventioniert. Polyamouröse Beziehungsmodelle stehen unter dem Generälinnenverdacht reine Triebbefriedigung ohne dauerhafte emotionale Basis zu sein.

Menschen, bei denen das gefühlte Geschlecht vom zugeschriebenen Geschlecht abweicht

(transidentitäre Personen), werden pathologisiert. Körperliche Veränderungen bei Trans*personen

unterliegen in Deutschland dem Zwang zu einer psychiatrischen Diagnose und werden in einem System der Zweigeschlechtlichkeit nicht anerkannt. Viele Trans*personen werden zu Opfern physischer Gewalt.

All dies sind die Folgen der willkürlichen Zweigeschlechtlichkeit. Sie schränkt individuelle Lebensentwürfe ein und führt bei abweichendem Verhalten zu massiven sozialen Sanktionen bis hin zu Angriffen auf die körperliche Unversehrtheit. Die Zweigeschlechtlichkeit scheint natürlich begründet zu sein, legitimiert durch die Biologie; sie ist aber faktisch eine kulturell hergestellte Norm; denn die Biologie reproduziert, wie alle Wissenschaften, vorhandene Vorstellungen. Die Zweigeschlechtlichkeit ist somit Ideologie, nicht Wahrheit.

Deshalb, komm mit uns auf Bambergs Straßen: Wehr dich mit uns gegen die Grenzen, die durch Schule, Staat und Medien gesetzt werden und in unseren eigenen Köpfen bestehen! Feministischer Riot gegen Trans*pathologisierung! Stopp den geschlechtsnormierenden Operationen an Intersex*-Kindern! Steh auf gegen Homosexuellenhass! Fight sexism! Jetzt, immer und überall!

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.