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Nazikundgebung Coburg – ein Häuflein unglaubwürdiges Elend

März 29, 2012

Etwa 35 bis 40 Neonazis folgten dem Aufruf der JN Franken/Oberpfalz auf den Coburger Schlossplatz. Diese war von 11 bis 17.30 Uhr unter dem Motto „Wir sind keine Terroristen – Die Presse lügt“ angemeldet. Nach dem die Neonazis mit einiger Verspätung am Schlossplatz eintrafen sammelten sie sich an einer Ecke des Platzes, um dort weitestgehend unbeachtet von Passanten ihr Stelldichein durchzuführen.

Ab elf Uhr war ebenfalls auf dem Schlossplatz eine Mahnwache der Partei Die LINKE angemeldet. Zu dieser trafen bis zum Mittag etwa 100 Leute ein. Da man durch die räumliche Trennung kaum Sichtkontakt hatte und schon gleich nicht in Hörweite war, beschlossen kleinere Gruppen von verschiedenen Seiten an die Kundgebung heranzutreten und dem Treiben zumindest verbal etwas entgegenzusetzen. Dadurch ist es schwer einzuschätzen, wie viele Personen sich letztendlich gegen diese Kundgebung engagiert haben. Die Mahnwache diente somit größtenteils als Anlaufpunkt für antifaschistisch engagierte Menschen.

„Wir sind keine Terroristen – Die Presse lügt“ ist eine Kampagne von „Freies Deutschland“. Hier wird versucht sich von dem Treiben der NSU zu distanzieren. Diese Kampagne wird von NPD nahen Gruppierungen getragen und muss somit als Gegenwehr gegen ein drohendes Verbotsverfahren gesehen werden.

Glaubwürdig geht anderst!

Wie ernst es den Neonazis wirklich ist, sich von Straftätern zu distanzieren zeigten sie auch selbst gleich auf. So wurde eine Solidaritätsbekundung für einige Kameraden, die sich momentan im Gefängnis befinden durchgeführt. Darunter unter anderen Ralf Wohlleben, dieser war stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecherder NPD Thüringen sowie Vorsitzender des Kreisverbandes der NPD Jena, und sitzt zur Zeit in Untersuchungshaft. Ihm wird eine Unterstützung der NSU vorgeworfen.

Des Weiteren wurde ein Lied der Naziband „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ gespielt. Deren Lied „Döner-Killer“ sorgte nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde für Aufregung, da sich der Text recht eindeutig auf diese bezieht und diese Verherrlicht.

Die NPD, allen voran Ralf Ollert und sein Schützling Sven Diem, befinden sich weiterhin auf dem Weg eine sogenannte „seriöse Radikalität“ zu vertreten. Doch diese Strategie ist bei Neonazis längst umstritten. Das könnte auch der Grund sein, warum bei all diesen Kundgebungen immer die selben Personen zu sehen sind.

Wer sich noch dazu dermaßen selbst ins Bein schießt, kann sich auch jede Woche auf einen Marktplatz stellen. Dadurch wird sich auch nichts ändern. 

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