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Asylpolitik in Bayern

Februar 9, 2012

Suizid in würzburger Flüchtlingslager

In der Nacht zum 29. Januar beging ein iranischer Flüchtling in einer Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Würzburg Selbstmord. Er lebte seit etwa sieben Monaten dort. Der Verstorbene hinterlässt eine Frau und ein Kind.

Die Spekulationen um seinen Tod gehen vom Vorwurf der menschenunwürdigen Situation in der Emery-Kaserne über persönliche Probleme bis hin zu einer psychischen Erkrankung.

Schon bei der Erstaufnahme in Zirndorf wurde laut der asylpolitischen Sprecherin der Grünenfraktion im Landtag Renate Ackermann ein problematischer Gesundheitszustand festgestellt. Bei einer stationären Behandlung im Dezember wurden gar Suizidgedanken ärztlich bestätigt.

Dr. August Stich von der Missionsärztlichen Klinik kritisiert hierzu den mangelnden Zugang zu medizinischer und psychologischer Betreuung.

Dies sind nicht die einzigen Kritikpunkte an der Würzburger GU. Der Sprecher der Regierung Unterfrankens Hardenacke verbittet sich mit der Begründung, dass man sich an rechtliche Bedingungen hält, von menschenunwürdigen Bedingungen zu sprechen. Wenn jedoch ca. 450 Personen in einer Sammelunterkunft leben müssen, in der sich bis zu sechs Menschen ein Zimmer teilen und bis zu achtzig Menschen einen Duschraum, diese nicht frei zugänglich ist und die Bewohner selbst bei jeder Einkehr Zugangskontrollen über sich ergehen lassen müssen, kann von menschenwürdiger Unterbringung keine Rede sein.

Am 13.2. um 14 Uhr findet Am Sternplatz vor dem Rathaus in Würzburg eine Demonstration statt.

Asylpolitik in Bayern

Die oben genannten Bedingungen in Würzburg sind für Bayern kein Einzelfall.

Die Unterbringung in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften oder Sammellager sind hier gängige Praxis.

In Bayern leben knapp 8000 Menschen in 118 Flüchtlingslagern. Es ist somit das am weitesten ausgebaute Lagersystem Deutschlands. 40 bis 80 Personen benutzen in einer Zwangs-WG gemeinsam Gemeinschaftsküchen, -toiletten und -bäder. Und als ob das nicht schon genug wäre, befinden sich diese meist in einem sehr maroden Zustand, wie die ARD-Sendung Monitor Ende letzten Jahres berichtete.

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