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Naziübergriff auf Geflüchteten in Langer Straße

Dezember 13, 2017

Am frühen Sonntag Morgen ist es in der Langen Straße in Bamberg zu einem gewaltsamen Angriff von Nazis auf einen marokkanischen Geflüchteten gekommen.

Drei männliche Personen haben auf einen am Boden liegenden Geflüchteten eingetreten, wobei auch Parolen mit Bezug zum Nationalsozialismus gefallen sind.

Zwei Passant*innen konfrontierten die Täter, wodurch diese von ihrem Opfer abließen. Die Nazis beleidigten daraufhin die Eingreifenden unter anderem als „linke Schlampe“ und machten sich aus dem Staub.

Das Opfer bevorzugte es, aus Angst davor, selbst Ärger mit der Polizei zu kriegen, ebenfalls vor deren Eintreffen den Tatort zu verlassen.

Nur dem beherzten Eingreifen der Passant*innen ist zu verdanken, dass es nicht zu schlimmeren Verletzungen gekommen ist. Zwei der Nazis wurden später an anderer Stelle wiedererkannt und von der Polizei festgenommen. In der entsprechenden Pressemitteilung der Polizei ist vom fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat allerdings nichts zu lesen.

Die Zahl der Angriffe auf Geflüchtete in Deutschland bleibt weiter hoch. Auch Bamberg stellt, wie auch dieser Vorfall zeigt, keine Ausnahme dar. Oft gibt es dazu keinerlei Pressemitteilungen oder es wird, wie im aktuellen Fall, der ideologische Hintergrund verschwiegen.

Gerade auch in Bamberg treten in der aufgeheizten Debatte um die AEO häufig rassistische und fremdenfeindliche Einstellungen massiv zu Tage. Die Kommentarspalten der Lokalpresse sind voll von hetzerischen Kommentaren bis zu Gewaltphantasien. Dies ist der Nährboden für solche Taten. Daher gilt es, sich weiterhin entschieden dem Rechtsruck und der Menschenfeindlichkeit entgegenzustellen. Dazu gehört auch, nicht wegzusehen und solche Taten öffentlich zu machen und wenn möglich gegen Nazis einzuschreiten.

Solidarität mit allen betroffenen rechter Gewalt!

Nazis entgegentreten!

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Stadt Bamberg hofiert Neonazis

April 24, 2017

Am Samstag den 22.04.2017 führten 12 Nazis der Kleinstpartei „Der III. Weg“ ab ca. 12.30 Uhr auf dem Platz gegenüber des Bahnhofs (vor der CSU-Geschäftsstelle) eine Kundgebung im Rahmen ihres Aktionstages zur Mobilisierung zu ihrer Demonstration am 1.Mai in Gera durch.

Die Stadt Bamberg hielt die Anmeldung der Nazis geheim. Nur durch zufällig vorbeikommende Antifaschist*innen wurde ihre Anwesenheit bemerkt und publik gemacht. Leider blieb die Anzahl der Antifaschist*innen vor Ort, trotz sofortiger Verbreitung der Info über soziale Netzwerke, gering.

Anwesende Antifaschist*innen wurden sofort durch die Polizeikräfte kontrolliert. Als eine kleine Gruppe Antifaschist*innen ihren Unmut über den Naziauftritt dennoch mithilfe eines Transparentes kundtun wollte, wurden diese sofort von ca. 15 Polizist*innen umringt, wobei der Einsatzleiter versuchte ihnen das Transparent zu entreißen.
Kurz zuvor hatten Polizist*innen noch den Hinweis auf eine kleine Gruppe am Tegut, aus der heraus ein Hitlergruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen wurde, ignoriert.

Somit konnten die Nazis ungestört ein widerliches, antisemitsches Straßentheater aufführen und gegen Migrant*innen und Geflüchtete hetzen.

Bereits im September letzten Jahres kam es zu einem ähnlichen Fall, als ebenfalls der III. Weg ein ähnlich hetzerisches Straßentheater am Kranen abhielt.

Die Stadt Bamberg rühmt sich gerne damit, eine aktive Zivilgesellschaft gegen Nazis zu haben und ist Mitglied der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg. Doch nun informiert sie zum wiederholten Male nicht über Nazi-Kundgebungen, verhindert somit Protest und Widerstand gegen diese und fällt damit den Bamberger Antifaschist*innen in den Rücken. Die Nazis werden hofiert, sie müssen keinen Widerspruch hinnehmen, spontaner Protest wird nicht geduldet und kriminalisiert.

Dies zeigt erneut, dass das Engagement der Stadt mehr Schein als Sein ist und sich auf Großveranstaltungen beschränkt, bei denen es wohl hauptsächlich um Imagepflege geht.

Naziaufmarsch in Würzburg am 18.02. stoppen!

Januar 17, 2017

Für den 18. Februar mobilisiert die Nazipartei „Der III. Weg“ bundesweit zu einem „Gedenkmarsch“ nach Würzburg. Dieser soll anlässlich der Bombardierung Dresdens am 13.02.1945 in Zukunft jährlich stattfinden.

 

Gewohnt widerlich versucht die Nachfolgeorganisation des verbotenen Freien Netz Süd (FNS) hierbei an den Opfermythos eines unschuldigen Nazi-Deutschlands anzuknüpfen. Sie propagieren dabei falsche Todeszahlen und verwenden den abscheulichen Begriff des „Bombenholocaust“. Dieser Geschichtsrevisionismus setzt die industrielle Tötung von sechs Millionen Menschen gleich mit Kriegshandlungen, die das Ziel hatten den deutschen Faschismus zu beenden. Genauso wie Dresden war auch Würzburg keine unschuldige Stadt (mehr Infos: http://antifawuerzburg.blogsport.eu/2016/03/deutsche-taeter-sind-keine-opfer-gegen-den-mythos-der-unschuldigen-stadt-wuerzburg/).

 

Solche „Gedenkmärsche“ der Nazis kennen wir bereits beispielsweise aus Dresden und Magdeburg. In Dresden versammelten sich früher zu diesem Anlass bis zu 5.000 Nazis. Dass dem nicht mehr so ist, ist auf andauerndes antifaschistisches und radikales Engagement und Blockaden zurückzuführen. Wir dürfen nicht zulassen, dass der diesjährige Aufmarsch für die Nazis zum Erfolg wird.

 

Denn der „III. Weg“ ist brandgefährlich. Sie beziehen sich ideologisch direkt auf den historischen Nationalsozialismus. Antisemitismus und Rassismus sind zentral für ihre Hetze. Gerade jetzt wo rechten Stammtischparolen täglich Taten folgen, dürfen wir den Nazis keinen Raum für eine Machtdemonstration geben.

 

Wir unterstützen die Demonstration von „Würzburg lebt Respekt – Nazis stoppen“, doch unserer Meinung nach muss der Protest auch noch weiter gehen. Organisiert euch, seid kreativ und passt aufeinander auf, damit wir gemeinsam und direkt konsequenten Widerstand gegen die Nazis leisten können.

Kein Vergeben, Kein Vergessen!

 

Weitere Infos folgen zeitnah hier und auf der Homepage der Antifa Würzburg: antifawuerzburg.blogsport.eu

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/201237

Kundgebung des „III. Weg“ und Nazischmiererei am Balthasar

September 12, 2016

Am Sonntag den 11.09.2016 fand eine Kundgebung der Nazis vom „III. Weg“ in Bamberg am Kranen statt.

Bereits in der Nacht zuvor wurde ein weiteres Mal das Balthasar mit Nazisymbolen wie dem Hakenkreuz und der Doppel Sig-Rune der SS und dem Schriftzug „We are back“ beschmiert.
Ab ca. 11.30 Uhr versammelten sich 15-20 Nazis der Nazikleinstpartei „III.Weg“ im Rahmen eines revisionistischen Aktionswochenendes unter dem Titel „Deutschland ist größer als die BRD“ am Kranen. Dort rollten sie ein Transparent aus. Weiterhin spielten sie eine revisionistische und rassistische Szene vor, mit der sie versuchten, das Leid der, aufgrund des von Deutschland begonnenen und verlorenen 2. Weltkriegs, vertriebenen Deutschen über das der Geflüchteten die derzeit hier Schutz suchen zu stellen. Dabei stellte ein in rassistischer Tradition schwarz angemalter Nazi einen Geflüchteten mit Smartphone und guten Klamotten dar, während zwei weitere die Vertriebenen Deutschen leidend und teilweise mit Säcken bekleidet mimten.
Leider ist es aufgrund der kurzen Vorwarnzeit nicht gelungen, eine Gegenkundgebung mit entsprechender Beteiligung zu organisieren. Nur vereinzelte Gegendemonstrant*innen waren vor Ort.

Dies ist vor allem den Behörden anzukreiden, da sie die Nazianmeldung geheim hielten. Stadt und Polizei scheinen es für eine gute Idee zu halten, Nazis ungestört ihre rassistische und revisionistische Propaganda mitten in der Innenstadt verbreiten zu lassen.

AfD-Veranstaltung im Wirtshaus Kunigundenruh

Juni 4, 2016
Am Donnerstag den 09.06. will die AfD Bamberg eine Vortragsveranstaltung im Wirtshaus Kunigundenruh (zwischen Bamberg und Litzendorf) durchführen. Dafür hat sie Marcus Pretzell eingeladen.
Pretzell ist Landesvorsitzender der AfD in NRW und Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort sitzt er in der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“, in der auch Mitglieder des Front National, der FPÖ und anderer rechtspopulistischer bis rechtsextremer Parteien Mitglied sind.
Er hätte auch kein Problem damit, zur „Verteidigung der deutschen Grenzen“ auf Geflüchtete bei der Grenzüberquerung schießen zu lassen, wenn es „notwendig“ sein sollte.
Die Betreiber des Wirtshaus Kunigundenruh scheinen kein Problem damit zu haben, einer rechtspopulistischen Partei wie der AfD einen Raum für ihre Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. So fanden bereits in der Vergangenheit solche dort statt.
Wir sagen: Nationalismus ist keine Alternative!
Deshalb rufen wir dazu auf diese Veranstaltung nicht unkommentiert zu lassen.
Ein Anlaufpunkt für Protest kann die Mahnwache und Kundgebung des Bündnis „Ellertal ist bunt“ ab 17.45 Uhr am Wirtshaus Kunigundenruh sein.

Am 01. Mai nach Plauen!

März 30, 2016

 

Wir rufen dazu auf am 01. Mai dem III. Weg in Plauen den Tag zu vermiesen. Hier der Aufruf der Antifagruppen des Vogtlandes:

TIME TO ACT! – Aufruf der AGV zum 1. Mai in Plauen

Same shit like every year – der 1. Mai steht bevor und mit ihm ein neonazistischer Großaufmarsch in der Provinz. Nachdem im letzten Jahr an die 800 Nazis durch Saalfeld demonstrierten, dort nicht-rechte Menschen angriffen und offen ihre Vorstellung eines “nationalen Sozialismus” propagieren konnten, ist diesmal wieder Plauen an der Reihe. Unter dem Motto “KAPITALISMUS ZERSCHLAGEN – FÜR EINEN DEUTSCHEN SOZIALISMUS!” hat die militante rechte Kleinstpartei “der III. Weg” dort am 1.Mai 2016 eine Demonstration angemeldet. Großspurig als „Arbeiterkampfdemo“ angekündigt, wird die neonazistische Partei am 1. Mai unter dem Anschein von Systemkritik rassistische und nationalistische Inhalte auf die Straße tragen. Es ist klar, dass wir dies nicht unwidersprochen hinnehmen werden.

SUPPORT YOUR LOCAL ANTIFA!

Schon 2014 fand in Plauen der jährliche Aufmarsch des “Freien Netz Süd” statt, an dem sich etwa 600 Nazis beteiligten. Mittlerweile ist das “Freie Netz Süd” Geschichte und die Strukturen des militanten rechten Kameradschaftsnetzwerks aus Süddeutschland sind nahtlos in die völkisch-rassistische Partei “der III. Weg” aufgegangen. Der 1. Mai-Aufmarsch versucht sich noch immer in der völkisch-nationalistischen Adaption eines Unbehagens mit dem kapitalistischen Systems, indem unter dem Anschein von Kritik ein vermeintlich “raffender” Kapitalismus dem Ideal einer reinen und guten “Volksgemeinschaft” gegenübergestellt wird. Die jährlichen Aufmärsche sind stets auch als Bestandteil der Ausbreitung und Verankerung neonazistischer Strukturen vor Ort zu sehen. Plauen passt dabei gut ins Konzept: Mit Tony Gentsch und Rico Döhler sind zwei Führungskader des “III. Wegs” im Vogtland ansässig, die im Abstand von wenigen Wochen rassistische Kundgebungen und Demonstrationen anmelden. Zwar bleibt der Zuspruch für diese jeweils auf etwa 50-100 Nazis beschränkt. Doch der “III. Weg” schafft es inzwischen, ein stabiles rechtes Potential an enttäuschten ex-NPD’lern, aktionsorientiertem rechten Nachwuchs und gestandenen Kameradschaftskadern auf die Straße zu bringen. Generell verschärft sich die Situation im Vogtland: Rassistische Bürgerwehren in Klingenthal und Plauen sowie die nationalistische, antisemitische und verschwörungsaffine “Bürgerbewegung Wir sind Deutschland” finden in der Anwohnerschaft erheblichen Zuspruch und tragen damit zu einer Atmosphäre bei, in denen rassistische Angriffe auf der Tagesordung stehen. “III. Weg” und “WsD” sind dabei zwei Seiten der selben Medaille: eines gesellschaftlichen Rechtsrucks.
Dennoch besteht unser Anliegen am 1. Mai nicht nur darin, gegen Nazis und bürgerliche Rassist*Innen auf die Straße zu gehen. Vielmehr soll unsere Demonstrationen einen deutlichen linksradikalen Standpunkt einnehmen – es ist Zeit zu handeln gegen Nationalismus auf der Straße, in den Köpfen und im europäischen Grenzregime, gegen Lohnarbeit und die kapitalistischen Verhältnisse, die es nicht wert sind, sich den Rücken krumm zu machen.

Ein symbolträchtiges Datum. Doch wem gehört der 1. Mai?

Der 1. Mai als traditionell linkes Symbol der Kritik am bestehenden System ist ohne Frage in die Jahre gekommen. Zwischen sich „revolutionär“ gebenden, nostalgischen Großdemonstrationen und müden Gewerkschaftsveranstaltungen ist wenig Raum geblieben. Schon die geläufige Bezeichnung als „Tag der Arbeit“ ist so wenig emanzipatorisch wie große Teile der Politik des deutschen Gewerkschaftsspektrums: Der positive Bezug auf Lohnarbeit, die daraus folgende Verherrlichung ausbeuterischer Abhängigkeitsverhältnisse oder zumindest das Aufgeben jeglicher revolutionärer Ansprüche zugunsten der Hoffnung auf „kleine Reformen“ sind Konsens in weiten Teilen der parlamentarischen Linken und der etablierten Gewerkschaften. Kein Wunder also, wenn sich organisierte Nazis als „antikapitalistische“ Alternative in Szene setzen.
Der 1. Mai, ursprünglich ein Gedenktag an die in Folge der Haymarket-Riots ermordeten Arbeiter*Innen in Nordamerika, ist deshalb vor allem ein umkämpftes Symbol. Die völkische Ideologie des dritten Wegs, die sich den Anschein einer Kapitalismuskritik gibt, ist zutiefst regressiv. Unterdessen gibt sich der DGB nicht einmal die Mühe, einen Anschein von Kritik am kapitalistischen System zu formulieren. Es ist also notwendig, eine emanzipatorische, linke Perspektive zu formulieren – gerade am symbolträchtigen 1. Mai!
Wir haben keine Lust auf Klassennostalgie – genauso wenig wie wir bereit sind, auch nur einen Funken Hoffnung in dieses System zu setzen, das ausbeutet, abschiebt, einsperrt und die Menschen im alltäglichen Leistungsdruck zerreibt. Wir erhoffen uns nichts von denjenigen, die noch Hoffnung in das Bestehende setzen, sei es durch die Hoffnung, der Standort Deutschland möge von der Krise verschont bleiben oder durch das Erbetteln sanfter Zugeständnisse wie hier ein Euro mehr Lohn, dort eine halbe Stunde weniger Arbeit – während gleichzeitig das Streikrecht von der Großen Koalition mit Billigung des DGB erneut ausgehöhlt wird.
Die Deutungshoheit gesellschaftlicher Prozesse weder den organisierten Nazis noch den stets nach Kompromissen innerhalb des Kapitalismus suchenden etablierten Gewerkschaften zu überlassen, ist daher unser Ziel. Kapitalismuskritik ist kein Relikt von gestern, Kapitalismuskritik ist weder völkisch noch national sondern eine emanzipatorische Notwendigkeit!

“Antikapitalismus” von rechts? Der III. Weg

Der III. Weg ist aus dem „Freie Netz Süd“ entstanden. Das “Freie Netz Süd” war ein militanter rechter Kameradschafts-Dachverband aus Süddeutschland. Seit Jahren veranstalten die ehemaligen Akteur*innen des “FNS” am 1. Mai eine Großdemo – die Teilnehmer*innenzahlen waren jedoch einige Jahre lang im konstanten Sinkflug begriffen, von etwa 1.000 in Schweinfurt (2010) zu 350 in Würzburg (2013). Nach dem die Beteilung an den Demonstrationen immer weiter abzuflachen schien, änderte sich dies im Jahr 2014. An der neonazistischen Demonstration am 1.Mai 2014 in Plauen waren ca. 600 Nazis beteiligt. Im Gegensatz zum üblichen “Bratwurst essen gegen Rechts” der Vorjahre gab es jedoch auch eine linksradikale Demonstration, welche unter dem Motto “Let’s Take It Back” eigene Inhalte auf die Straße trug und etwa 500 Menschen mobilisieren konnte. Im Folgejahr in Saalfeld folgten schon bis zu 800 Nazis dem Aufruf des “III. Wegs”. Hier konnte ebenso eine gestiegene Gewaltbereitschaft festgestellt werden. In Zusammenhang mit völlig überforderten Cops führte diese Mischung zu marodierenden Nazimobs, welche ungehindert durch die Straßen Saalfelds ziehen konnten. Die Folgen waren mehrere Übergriffe auf alternative Jugendliche und Einrichtungen. Wir rechnen aufgrund der gestärkten Vernetzungsarbeit, Gründungen neuer Stützpunkte des dritten Wegs und der Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses nach rechts mit bis zu 1000 gewaltbereiten Nazis, die am 1. Mai in Plauen vertreten sein werden.

Weltoffen, bunt, nichtssagend

Natürlich ist es inzwischen auch in Sachsens kleinen Städten Standard, dass lokale Antifagruppen und bürgerliche Bündnisse gegen rechte Demonstrationen mobil machen um diese, trotz der Gefahr immenser Repressionen, zu verhindern. Obwohl diese Bemühungen, selbst im besten Fall, also der Unterbindung der Nazidemo, nichts – oder nur sehr wenig – an den bestehenden Verhältnissen ändern, stellen sie zumeist die einzigen kämpferischen und emanzipatorischen Aktionen dar. Viel zu oft erschöpft sich der Inhalt derartiger Aktionen jedoch in einer bloßen reflexartigen Abwehr der Realität „Nazis“. Und nachdem der Aufmarsch vorbei ist, klopft sich alles auf die Schulter: Die guten Demokrat*innen haben „Gesicht gezeigt“, eine „weltoffene Demokratie“ verteidigt.
Wir haben beschlossen, uns am 1. Mai bewusst nicht hinter all jene zu stellen, die ihre Illusion eines friedlichen Deutschlands und einer vermeintlich „sozialen“ Marktwirtschaft aufrecht erhalten und das Bestehende verteidigen wollen.
Wir haben uns die Frage gestellt, worin der Sinn besteht, einer Gesellschaft, die sich auf rassistische, nationalistische und ausgrenzende Logiken beruft, für einen Tag einen bunten Anstrich zu verpassen um sie gegen – na sowas – Rassist*innen und Nationalist*innen, die sich als Vollstrecker eines dubiosen Volkswillens wähnen, zu verteidigen.
Wir haben beschlossen, dass es da nichts gibt, was sich zu verteidigen lohnt.

Wir haben beschlossen, diesen Standard zu brechen.

Während der “III. Weg” nach mehr Arbeit für „Deutsche“ schreit, wähnt sich der bürgerlich-demokratische DGB auf der „guten Seite“. Doch die vermeintlichen Gegenentwürfe der Gewerkschaftler*innen bestehen ebenfalls nur in der Verteidigung des Bestehenden – und damit in der Konsolidierung jener gesellschaftlichen Verhältnisse, die Ausgrenzung und Ungleichheit erst hervorbringen.
Der “III. Weg” fordert einen autoritären Staat, der seine Arbeiter*innen über die Zugehörigkeit zu einer sogenannten „Volksgemeinschaft“ auswählt und verkauft dies als vermeintliche Alternative: Einen „guten“, weil „deutschen“ Kapitalismus im Gegensatz zum „bösen“ internationalen Entwurf des gleichen Wirtschaftssystems. Der DGB wünscht sich kleine Verbesserungen im bereits bestehenden System – und legitimiert damit erst recht den Status Quo. In Zeiten der permanenten Krise bedient sich das System immer stärkeren nationalistischen und rassistischen Logiken zur vermeintlichen „Krisenbewältigung“. Auf welche Seite sollte mensch sich also stellen, wenn beide offenbar nur unterschiedliche Seiten der selben Medaille abbilden? Auch der „staatstreue“ scheinbare Antifaschismus des DGB ist für uns keine Option. Eine Kritik der Verhältnisse liefert er nicht. Im Gegenteil: Dafür ist er kontraproduktiv. Im Grunde wird dieser Aspekt von Antifaschismus zur Farce, wenn er die bestehende politische und wirtschaftliche Ordnung verteidigen will anstatt Alternativen zu formulieren. Oder, um es deutlich zu formulieren: Liebe etablierte Gewerkschaften. Wir kaufen euch eure Kapitalismuskritik schon lange nicht mehr ab. Wenn der Standort Deutschland bedroht scheint, wird ganz schnell die Volksgemeinschaft beschworen, werden Ressentiments bemüht anstatt Alternativen zu formulieren. Alternativen ins Auge zu fassen würde heißen: Ein radikaler Bruch mit der derzeitigen Krisenpolitik, mit einer von Grund auf ungerechten Wirtschafts-, Eigentums- und Gesellschaftsordnung. Für uns stellt sich die Frage: Wie soll die offensichtliche Ungerechtigkeit bekämpft werden, ohne eine fundamentale Kritik der Verhältnisse?

Das Ziel bleibt eine befreite Gesellschaft.

Wir fühlen uns nicht dazu berufen die „bunten“ Parlamente vor den Nazis zu schützen. Wir sind gegen diese Verhältnisse, die im Wesentlichen im Verwerten und Verwalten des gesamten Planeten bestehen. Deshalb gehen wir am ersten Mai auf die Straße, um die Verhältnisse anzugreifen, um gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen, statt uns „nur“ mit der Realität „Nazis“ auseinanderzusetzen. Was nicht heißt, dass wir nicht bereit sind nonverbale Signale in diese Richtung zu senden – auch an diesem Tag.
Der erste Mai ist sozialer Kampf und wir finden es ist Zeit, hier eine deutliche Position einzunehmen. Es gilt die soziale Frage aufzuwerfen statt sie tot zu quatschen, zu relativieren oder gar, durch eine erfundene Volksgemeinschaft, wegzuleugnen. Wir wollen, statt ständig nach mehr Arbeit (für „Deutsche“) zu plärren, eine Gesellschaft, in der den Bedürfnissen der Menschen entsprechend gewirtschaftet und notwendige Arbeit gerecht verteilt wird. Wir wollen uns weder kaputt rackern, noch an Langeweile und Isolation zu Grunde gehen. Wir wollen die Gesellschaft in der jede/r, wie sie/er kann, für das Wohlergehen aller sorgt, wo Wertigkeit von Individuen nicht an (bezahlte) Leistung gekoppelt ist, wo jede_r zählt und die Unterschiede keine Grenzen sind. Wir fordern keine kleinen Zugeständnisse wie vielleicht 8,50 € Mindestlohn. Wir wollen die ganze Bäckerei, die uns zusteht.
Das alles wird ganz sicher nicht durch eine Demo, weder diese noch irgendeine andere – selbst wenn sie sich als „revolutionär“ bezeichnen sollte – erreicht werden. Aber sie kann unseren Standpunkt, unsere Kritik klar machen, auf die Straße, in die Öffentlichkeit tragen und damit ein Teil des täglichen Kampfes für Gerechtigkeit und ein besseres Leben sein. Wir stehen mit dieser Kritik, gerade in der Provinz, relativ isoliert – eben deshalb halten wir es für unumgänglich in die Wahrnehmung der sogenannten Öffentlichkeit zu gelangen, unsere klare Haltung und Inkompatibilität mit diesem System genauso zum Ausdruck zu bringen, wie unsere Offenheit und unseren Respekt Menschen gegenüber. Wir wollen keine Bildungsveranstaltung, in der wir der Öffentlichkeit endlich DIE Wahrheit erklären, wer gut und böse ist und wen sie wählen sollen – dafür gibt es die Nazis, die Parteien und die Verschwörungstheoretiker*innen. Wir wollen Widerstand demonstrieren gegen ein von Grund auf ungerechtes System und zeigen, dass wir keinen Frieden geben werden, der mit Ausbeutung und Unterdrückung bezahlt ist. Organisieren wir gemeinsam den Widerstand, zeigen wir, an diesem ersten Mai in Plauen, dass Widerstand gegen diese Verhältnisse, jenseits von Rassismus, Nationalismus und lahmarschiger Klassennostalgie stattfinden kann!

Antifaschistische Demo: 1. Mai 2016 – 9 Uhr – Plauen Oberer Bahnhof

12.03.: Nazikundgebung in Schweinfurt

März 5, 2016

Am 12.03. wollen die Nazis von „Schweinfurt wehrt sich“ dort eine Kundgebung veranstalten. Bei deren letzter Kundgebung zeigten sich die guten Kontakte zur Bamberger Szene. So war zum Beispiel der derzeit in Untersuchungshaft sitzende Andreas G. an der Organisation und Durchführung beteiligt. Wir teilen den Beitrag unserer Schweinfurter Freunde zu den Hintergründen der Kundgebung:

Die Facebook Seite „Schweinfurt wehrt sich – Asylmissbrauch nein danke“ ruft für den 12.03.2016 zu einer Kundgebung unter dem Motto „Für die Zukunft unserer Kinder“ in Schweinfurt auf dem Schillerplatz auf.

Ein perfides Vorgehen, die Zukunft der Kinder, für Hetze gegen Geflüchtete und Demokratiefeindlichkeit einzusetzen, desweitern versucht man natürlich genau, über solch ein Thema, den Gegnern die Argumentation zu nehmen.

Wir haben etwas ähnliches in Schweinfurt erst kürzlich erlebt, als russlanddeutsche Minderheiten, die noch vor kurzem selbst das Ziel rechter Anfeindungen waren, vor den NPD-Hetzkarren gespannt wurden.

Wie schon mehrmals erwähnt steckt hinter der Seite, der NPD Kreisverband Schweinfurt/Hassberge mit seiner Vorsitzenden Monique S., die den Vorsitz noch nicht allzulange innehat. Die Seitenbetreiberin hat beste Kontakte in die rechtsradikale Szene, beispielsweise zu den Hammerskins, ehemaligen Blood & Honour Chapters, nicht unbekannten Parteifunktionären von NPD, der 3. Weg und die Rechte, außerdem zählen zu ihren Kontakten die Hooliganszene (HoGeSa), die autonomen Nationalisten, identitäre Bewegung, usw.

Der Tag des 12. März ist nicht ohne Grund gewählt. Einerseits findet an diesem Tag ebenfalls ein, von der rechtsextremen Gruppierung „Wir für Berlin & wir für Deutschland“, um 15:00 Uhr angesetzter Aufmarsch, zum Thema „Merkel muss weg“, in Berlin statt.

Andererseits befahl Adolf Hitler am 12. März 1938 den Einmarsch der deutschen Wehrmacht nach Österreich, nachdem, die seit 1933 gewünschte Eingliederung Österreichs, auf dem politischen Weg, gescheitert war. Die Truppen stießen damals zur Verwunderung Hitlers, auf keinerlei Gegenwehr, im Gegenteil, sie wurden von jubelnden Menschen begrüßt. Die juristische Grundlage zum Anschluss Österreichs wurde am 13. März 1938 geschaffen.

Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!

Wir werden es nicht tolerieren dass Kinder und Minderheiten für rassistische Hetze instrumentalisiert werden. Deshalb am 12.3.2016 ab auf die Straße, den Nazis die Stirn bieten!

Siamo tutti antifascisti

(Quelle: Antifa Schweinfurt)